Die Auto AG Truck will eigenen Wasserstoff in Rothenburg produzieren

Die Auto AG Truck engagiert sich seit Jahren für den Einsatz alternativer Energien wie Elektro, Gas oder Wasserstoff und investiert entsprechend in den Aus- und Umbau der eigenen Werkstätten. Nun geht das Unternehmen einen Schritt weiter und installiert auf seinem Gelände in Rothenburg eine kleine Wasserstoffproduktion für den Eigenbedarf.
Die Auto AG Truck verfügt bereits über eine ausgewiesene Expertise mit wasserstoffbetriebenen Nutzfahrzeugen, so etwa als exklusiver Servicepartner für die Hyundai Hydrogen Mobility in der Schweiz. Mittlerweile haben die 46 Hyundai Xcient Fuel Cell Wasserstofflastwagen in der Schweiz mehr als 2.9 Mio. Kilometer zurückgelegt. Dadurch wurden, verglichen mit Diesel-Lkw, bereits über 1’700 Tonnen CO2 Emissionen eingespart.

IMG_1727-640x490

IMG_1171-640x490

Der Einsatz von Wasserstoff (H2) macht speziell dann Sinn, wenn das H2 lokal produziert werden kann, nämlich direkt bei den Fahrzeugparks. Die aufwändige Speicherung wie auch der H2-Transport durch die halbe Schweiz sind nicht nachhaltig. Marco Villiger, Bereichsleitung Unternehmensentwicklung & Digitalisierung präzisiert: «Die heutige Technologie der zentralen Wasserstoffproduktion mit anschliessendem Transport zum Verbraucher kann nicht das Ende der Entwicklung sein. Wir starten nun ein H2-Produktionsprojekt auf dem eigenen Gelände, weil wir der Meinung sind, dass in Zukunft der Wasserstoff da produziert werden sollte, wo dieser auch benutzt wird.» Die Auto AG Truck plant eine Pilotanlage zur Herstellung von «Grünem Wasserstoff» mit der eigenen Photovoltaik-Installation auf dem Dach der Fahrzeughalle in Rothenburg. Ziel ist, den H2-Eigenbedarf in den Werkstätten mit der neuen Anlage abzudecken.

Innovation und Know-how-Gewinn
Die konventionelle H2-Produktion und Speicherung erfolgt mittels mechanischer Verdichtung, was zum Beispiel an Wasserstoff-Tankstellen zu störenden Lärmemissionen führt. Die geplante Pilotanlage in Rothenburg nutzt eine neue Technologie mittels thermodynamischer Verdichtung mit dem grossen Vorteil, dass keine Geräusche entstehen, keine Abnutzung erfolgt und die Anlage somit wartungsfrei läuft. Marco Villiger: «Wir wollen die eigene H2-Produktion nachhaltig und emissionsfrei betreiben. Ebenso wichtig ist der Know-how-Gewinn für unsere Mitarbeitenden im Kontext des gesamten H2-Ökosystems.»

Grosses Potenzial für H2 in der Schweiz
Die Auto AG Truck will den Wissensvorsprung und die Erprobung neuer Technologien für die künftige Entwicklung nutzen. Marco Villiger: «Wir sind überzeugt, dass wasserstoffbetriebene Nutzfahrzeuge im Bereich Mittel- und Langdistanzen eine Alternative zu rein batterie- oder herkömmlichen dieselangetriebenen Fahrzeugen sein kann. Insbesondere sind die kurzen Betankungszeiten, die hohe Nutzlast und die Reichweite entscheidende Kriterien, welche für diese Antriebsart sprechen.» Die Anlage soll per anfangs 2023 betriebsbereit sein, so dass ab diesem Zeitpunkt selbst produzierter Wasserstoff für die Wartung der H2-Nutzfahrzeuge genutzt werden kann. Die Auto AG Truck wird ca. CHF 1 Mio. in diese aussichtsreiche Testanlage investieren.